erfahrungen mit Doppelresidenz

Doppelresidenz ist in Österreich noch nicht sehr bekannt. Das Interesse daran wächst jedoch. Damit Eltern eine für sie passende Entscheidung treffen können hat die Initiative "getrennt gemeinsam Eltern sein" unsere Broschüre "Doppelresidenz - Ein Betreuungsmodell für uns?" erstellt.

 

Da viele Eltern nach Erfahrungsberichten gefragt haben, will die Initiative hier Einblicke in die Erfahrungen von Eltern und inzwischen erwachsenen Kindern bereit stellen. Mithilfe von Fragebögen haben wir viele wichtige Themen zur Doppelresidenz abgefragt und Eltern, wie Kinder gefragt, wie die Praxis aussieht. 

 

Alle Namen wurden verändert. 


Vater: Daniel Radic

Anzahl der Kinder: 2

Alter der Kinder bei der Trennung: 7 und 9 Jahre

Lebt Doppelresidenz seit: 1 Jahr

Fazit: Für ihn richtig, aber nicht für alle.  Man muss es sich leisten können und Einschränkungen, wie Wohnortnähe in Kauf nehmen. Es hilft den Kindern, wenn die Eltern sich einig sind.


Mutter: Sandra L.

Anzahl der Kinder: 2

Alter der Kinder bei der Trennung: 4 und 6 Jahre

Lebt Doppelresidenz seit: 15 Jahren

Fazit: Nur dann Doppelresidenz, wenn beide Elternteile sich vor der Trennung voll in die Erziehung und Betreuung eingebracht haben. Der Alltag mit dem Vater blieb aufrecht und intensiv. Aber die Kinder haben nicht mehr mitgemacht als sie alt genug waren zu entscheiden. Sie leiden immer noch an den Folgen.


vater: Herbert L.

Anzahl der Kinder: 1

Alter der Kinder bei der Trennung: 7,5 Jahre

Lebt Doppelresidenz seit: Kind ist inzwischen erwachsen.

Fazit: Empfehlenswert. Ausschlaggebend war die eigene Entfremdung vom Vater. Gute Beziehung des Kindes zu beiden Elternteilen ist möglich. Vater und Mutter haben Vorteile davon.

dad-and-son-Bild von faithfinder06 auf Pixabay


Mutter: Eva-Maria S.

Anzahl der Kinder: 1

Alter der Kinder bei der Trennung: 2 Jahre

Lebt Doppelresidenz seit: 5 Jahren aus Überzeugung, dass dies die beste Lösung ist. 

Fazit: Empfehlenswert. Voraussetzung ist aber eine gute Kommunikation. Der Vorteil ist, dass das Kind gute Bindungen zu beiden Elternteilen hat. Nachteil ist, dass sie auf finanzielle Ausgleichszahlungen verzichtet, um keinen Streit zu provozieren.


Mutter: Susanne G.

Anzahl der Kinder:

Alter der Kinder bei der Trennung: 7 und 5 Jahre

Lebt Doppelresidenz seit: 4 Jahren auf Anordnung des Gerichts. 

Fazit: Nicht empfehlenswert. Obwohl das Kind inzwischen in ein Residenzmodell bei der Mutter wechseln möchte, ist dies nicht möglich.

 


Vater: Michael G.

Anzahl der Kinder: 1

Alter der Kinder bei der Trennung: 2 Jahre

Lebt Doppelresidenz seit: Kind ist inzwischen erwachsen.

Fazit: Empfehlenswert. Kann es sich nicht anders vorstellen. Ist eine gerechte Lösung. Gute Beziehung des Kindes zu beiden Elternteilen ist möglich. Vater und Mutter haben Vorteile davon. Voraussetzung ist eine gute Kommunikation und die finanzielle Absicherung der Eltern. 


Vater: Stefan E.

Anzahl der Kinder: 2

Alter der Kinder bei der Trennung: 6 und 4 Jahre

Lebt Doppelresidenz seit: 5 Jahren

Fazit: Empfehlenswert. Voraussetzung ist eine gute Elternkommunikation und örtliche Nähe. 

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Mutter Kathrin B.

Anzahl der Kinder: 3

Alter der Kinder bei der Trennung: 5, 13, und 16 Jahre

Lebt Doppelresidenz seit: 4 Jahren

Fazit: Empfehlenswert, wenn Kommunikation funktioniert. Voraussetzung ist eine gute Elternkommunikation, örtliche Nähe und annähernd gleicher Lebensstandard. Kinder wollten geblockte Wochenenden und weniger Wechsel.


Florian M.

Anzahl der Kinder: 2

Alter der Kinder bei der Trennung: 2,5 Jahre, 6 Monate

Lebt Doppelresidenz seit: 7 Jahren

Fazit: Empfehlenswert. Wohnortnähe ist notwendig. Klare Regeln zwischen den Eltern müssen festgesetzt werden- Wechselrhythmus, Urlaube, Unterhalt etc.  Vorteil ist, dass die Kinder von Mutter und Vater Liebe und Zuwendung erfahren.

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